China und Deutschland stellen jeweils den wichtigen Handelspartner des anderen dar. Seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen hat das bilaterale Handelsvolumen eine rapide Entwicklung erfahren. Seit Jahrzehnten bleibt Deutschland der größte Handels- und Technologietransferspartner Chinas in Europa, China ist auch einer der wichtigsten Exportmärkte Deutschlands in Asien. Seit 2002 ist China vor Japan auch der größte Handelspartner Deutschlands im asiatisch-pazifischen Raum. Chinesischen Statistiken zufolge betrug 2004 das bilaterale Handelsvolumen zwischen China und Deutschland 54,12 Mrd. US-Dollar mit einer Zuwachsrate von 29,7%, was 30,5% der Handeslvolumen Chinas mit EU-Ländern ausmachte und erreichte damit eine Rekordhöhe. 2004 lagen die deutschen Investitionen in China bei 1,06 Mrd. US-Dollar. Bis Ende 2004 unterhielt Deutschland in China 4.112 Projekte mit direkter Kapitalbeteiligung im Wert von ca. 9,91 Mrd. US-Dollar. Über 1.700 deutsche Unternehmen haben in China Tochtergesellschaften oder Joint-Ventures gegründet, darunter sind sowohl Großunternehmen wie Volkswagen, Siemens, Daimler-Chrysler, BASF, Bayer usw. als auch viele kleine und mittelständische Unternehmen zu finden. Die Investitionen chinesischer Unternehmen in Deutschland tragen auch erste Früchte, das Investitionsvolumen bis Ende 2004 betrug 110 Mio. US-Dollar. Die Zahl der chinesischen Unternehmen, die deutsche Unternehmen ankaufen oder sich an deutschen Unternehmen beteiligen, nehmen immer zu.
China ist für Norddeutschland, nämlich Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, einer der wichtigsten Märkte in Asien. Umgekehrt ist Norddeutschland Chinas wichtiger Handelspartner in Europa. Im Jahr 2004 betrug das Handelsvolumen zwischen Norddeutschland und China 12,04 Mrd. Euro mit einer Zuwachsrate von 25,5%, was 22,5% der gesamten Handelsvolumen zwischen Deutschland und China ausmachte. Es gibt auch zahlreiche Investitionsprojekte von norddeutschen Unternehmen in China. Die Zusammenarbeit zwischen China und Norddeutschand entwickelt sich durch die Partnerschaften zwischen Hamburg und Shanghai, Bremen und Dalian, Niedersachsen und Anhui sowie Schleswig-Holstein und Zhejiang sehr gut.
Hamburg ist für China Tor nach Deutschland und Europa. Zur Zeit haben sich mehr als 360 chinesische Firmen Hamburg als ihren Standort in Europa ausgewählt. Und mehr als 700 Hamburger Firmen unterhalten Geschäftsbeziehungen zur Volksrepublik China. Das Hamburger Büro in Shanghai begleitet die Aktivitäten der Hamburger Unternehmen in China. Hamburg ist für China längst der wichtigste europäische Hafen und China für Hamburg die wichtigste Destination. Im Jahr 2004 sind über 1,7 Mio. TEU im Hamburger Hafen im China-Verkehr umgeschlagen. Insgesamt wurde jeder vierte Container im Hamburger Hafen mit China gehandelt.
Im Jahr 1986 hat Hamburg eine Städte-Partnerschaft mit Shanghai abgeschlossen. Und im September 2004 wurde ein Memorandum über Zusammenarbeit zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und Shanghai für die Jahre 2005-2006 unterzeichnet. Beide Städte setzen sich im besonderen Maße für die Durchführung der neu formulierten Schwerpunkte ein. Sie umfassen die Bereiche Wirtschaft, Traditionelle Chinesische Medizin, Bildung, Tourismus und Stadtmarketing, Moderne Chinesische Kunst und Kultur, Wissenschaft, Gesundheit, Stadtplanung, Umweltschutz, Justiz, innere Sicherheit und Sport. Darüber hinaus begrüßen beide Städte die vielen weiteren Kooperationen, die das feste Fundament der Freundschaft bilden.
Im Bereich der Wirtschaft wurden folgende Kooperationen vereinbart: 1. Die Stadt Shanghai unterstützt Hamburg beim Aufbau des wirtschaftlichen Netzwerks der Chinesen in Hamburg und wird bei den Shanghaier Unternehmen aktiv dafür werben. 2. Im Rahmen der zwischen dem Hamburger und Shanghaier Hafen vereinbarten Hafenpartnenrschaft werden Austausch und Zusammenarbeit in den Bereichen Hafenplanung, Hafenbau und Hafenverwaltung verstärkt. 3. Beide Seiten haben die Absicht, im Bereich der digitalen Wirtschaft die Zusammenarbeit zu intensivieren. Sie entwickeln ein System zum Arbeitsaustausch zwischen der IT-Branche und den zuständigen Brancheninstitutionen in beiden Städten, um so die Entwicklung der Informationsindustrie zu fördern, den Eintritt von Unternehmen in die jeweiligen Märkte zu unterstützen und die technische Zusammenarbeit im IT-Bereich weiter zu entwickeln. 4. Die Rechnungskontrollbehörden von Hamburg und Shanghai setzen ihre seit 1993 bestehende Zusammenarbeit fort. Beide Rechnungshöfe werden weiterhin Materialien austauschen und gegenseitig Besuche insbesondere zum fachlichen Erfahrungsaustausch vor Ort organisieren.
Im Jahr 1985 wurde die Rahmenvereinbarung zwischen Bremen und Dalian unterzeichnet. Entscheidende Impulse dazu kamen seinerzeit auch von der Bremer Handelskammer in der Überzeugung, dass China mit Einführung der Marktwirtschaft zu einem der interessantesten Standorte auch für deutsche Investoren werden könnte. Als eine der größten Hafenstadt Chinas ist Dalian ein wichtiger Knotenpunkt für Regionen im Nordosten des Landes und hat ähnliche wirtschaftliche Schwerpunkte wie Bremen: Fischerei, Hafenwirtschaft, Textilindustrie und Lebensmittelverarbeitung. Somit war Technologietransfer ein Schwerpunkt in der beginnenden Partnerschaft. Bisher haben mehrfach offizielle Delegationen aus Dalian Bremen besucht. Spannend ist der Kontakt zwischen dem Deutschen Roten Kreuz und dem Roten Kreuz in Dalian. Das DRK Bremen beriet beim Aufbau des Rettungs- und Blutspendendienstes in Dalian und arbeitete mit einem Krankenhaus in Shanghai beim Aufbau des Institutes für Chinesische Medizin in Bremen zusammen. Inzwischen ist auch eine Zusammenarbeit im Bereich von Raumfahrtprojekten auf den Weg gebracht worden. Beteiligt daran sind u.a. das Raumfahrtunternehmen Astrium Bremen, die China National Space Administration und Wissenschaftler der Technischen Universität Dalian.
Die Partnerschaft zwischen Niedersachsen und Auhui besteht bereits seit 1984. Damals wurde erstmalig die Vereinbarung über partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen einem Land der Bundesrepublik Deutschland und einer Provinz der Volksrepublik China unterzeichnet. 1995 wurde diese Partnerschaft bekräftigt und neu belebt. Beide Seiten erklärten sich bereit, ihre Zusammmenarbeit auf den Gebieten der Industrie, Technologie, Wissenschaft und Kunst fortzuführen. Ein Abkommen, das den Austausch von Studierenden und Lehrkräften intensivieren sowie die Sprachausbildung unter Einbeziehung von Hochschulen der Provinz Anhui verbessern soll, wurde am 6. März 2000 unterzeichnet. Wichtige Projekte der Partnerschaft waren bisher eine Musterfarm, der Aufbau der Fachbereiche Wirtschaft/Verwaltung an der Vereinigten Universität Hefei und der Aufbau der Technischen Universität Hefei. Über die bisher schon sehr aktive Zusammenarbeit im Hochschulbereich hinaus sollen künftig Wirtschafts- und Umweltbelange verstärkt in das Programm aufgenommen werden. Im Wirtschaftssektor werden bilaterale Kooperationen vorrangig zwischen kleineren und mittelständischen Betrieben in Niedersachsen und Anhui angestrebt. Im Umweltschutz geht es insbesondere um die Wasserwirtschaft. Bei einem laufenden Projekt soll beispielsweise die Eutrophierung des Chao-Sees minimiert werden, bei einem anderen bildet die Deutsche Management Akademie Niedersachsen (DMAN) Umweltfachleute der Provinz Anhui in Celle aus.
Im Jahr 1986 wurde die erste Vereinbarung über die Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Provinz Zhejiang unterzeichnet. Und am 6. Oktober 1995 wurde die Vereinbarung über die Gründung der Schleswig-Holstein-Zhejiang-Förderkommission unterzeichnet. Ziel der Kommission ist der Ausbau der Zusammenarbeit in Wirtschaft, Handel, Wissenschaft und Technologie. Die Kommission tagt alle zwei Jahre abwechselnd in Hangzhou und Schleswig-Holstein. Seit 1995 hat es mehrere Delegationsreisen der Landesregierung gegeben. Durch die Reisen nach Zhejiang wurden neue Projekte initiiert, bestehende Kooperationen ausgebaut und die Freundschaft zwischen Schleswig-Holstein und Zhejiang weiter gefördert. In Schleswig-Holstein gibt es regelmäßig Seminare für chinesische Fach- und Führungskräfte. Seit 1987 sind 16 Seminare veranstaltet und über 300 Chinesen fortgebildet worden. Das Seminar im September 2003 behandelte das Thema Notfallmedizin/Rettungsdienste. Seit 2004/2005 wurden auch Firmenpraktika (Praktikantenaustausch) angeboten.
Im Oktober 1996 wurde das Schleswig-Holstein-Büro in Hangzhou eröffnet. 1999 wurde der Repräsentanz in Hangzhou ein Gemeinschaftsbüro für Unternehmen aus Schleswig-Holstein angegliedert. Dem Gemeinschaftsbüro gehören zurzeit 28 Unternehmen aus Schleswig-Holstein an, denen gelungen ist, geeignete Geschäfts- und Kooperationspartner zu finden und Verträge abzuschließen. Seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation Ende 2001 ist ein verstärktes Interesse chinesischer Firmen zu erkennen, in Deutschland bzw. in Schleswig-Holstein zu investieren. So konnten im Jahr 2004 bereits 15 chinesische Unternehmen, u.a. aus den Bereichen Logistik oder Medizintechnik, neu in Schleswig-Holstein angesiedelt werden.
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